In der Welt der Personaleinsatzplanung richten Unternehmen ihren Fokus zunehmend auf Automatisierung und Optimierung. Die Puzzleaufgabe der Personaleinsatzplanung wird schließlich immer komplexer. Die Kernziele können variieren, doch Herausforderungen wie Belegungsgrade, Tarifregelungen oder Urlaubsanträge kehren stets wieder. Obwohl die Technologie hinter KI und mathematischer Optimierung enorme Fortschritte gemacht hat, bleibt der Planer in vielen Fällen eine unverzichtbare Kraft.

Wo eine manuelle Planung Wochen dauert, steht bei uns die 80%-Basis in wenigen Minuten. Die verbleibenden 20 % menschlicher Feinabstimmung sorgen dafür, dass die Planung auch tatsächlich von den Mitarbeitenden akzeptiert wird.

Bei Protime wissen wir: Ein Algorithmus ist ein fantastischer Co-Pilot, aber kein vollständiger Ersatz für den menschlichen Piloten. Eine Planung, die zu 100 % automatisch und ohne jegliches menschliches Eingreifen entsteht, ist selten. Algorithmen sind zwar hervorragend darin, harte Constraints wie Verträge, Arbeitsgesetze, Mindestbesetzungen oder Qualifikationen zu berechnen und anzuwenden. Doch Planung enthält auch Elemente, die nicht binär sind und sich daher nicht einfach mit einer 0-oder-1-Regel lösen lassen.

Die Stärke der algorithmusgetriebenen Planung

Zur Klarstellung: Der Einfluss KI-gestützter Planung ist enorm. Wo ein menschlicher Planer Stunden (oder Tage) damit verbringt, Hunderte von Variablen gegeneinander abzuwägen, erledigt ein fortschrittliches Planungstool dies in kürzester Zeit. Der Algorithmus erkennt Muster in historischen Daten, prognostiziert das Arbeitsaufkommen und verknüpft dieses mit den passenden Qualifikationen und Vertragsformen. Advanced Planning hilft zudem bei logischen Regeln und Vereinbarungen wie Gleichberechtigung, Rotationen (z. B. bei Aufgaben oder Einsatzorten), Zusammenarbeit, der idealen Mischung aus Senior- und Juniorprofilen usw.

Spricht man von einer erfolgreichen Implementierung, zeigt sich häufig, dass bereits eine Automatisierung von 70 % bis 80 % einen enormen Mehrwert darstellt. Sie entlastet den Planer von komplexer, aber logisch-rechnerischer Arbeit und den standardisierten Puzzleteilen, und schafft Raum für menschliche Nuancen und strategische Steuerung.

Wo macht der Planer den Unterschied?

Warum streben wir dann nicht 100 % an? Weil Algorithmen und mathematische Prozesse, so fortschrittlich sie auch sind, Kontext vermissen. Es gibt Situationen, die ein Computer nicht „fühlen“ oder vorhersehen kann. Genau hier liegt der entscheidende Wert manueller Intervention und Validierung.

Denken wir an folgende Beispiele:

  • Der empathische Faktor: Der Algorithmus erkennt, dass Mitarbeiter A für eine Nachtschicht verfügbar ist. Der Planer weiß jedoch, dass der Partner von Mitarbeiter A gerade im Krankenhaus liegt. Durch manuelles Eingreifen vermeidet man Ausfälle und stärkt die Loyalität.
  • Subtiles Skill-Matching: Zwei Mitarbeitende können auf dem Papier dieselbe Zertifizierung besitzen – der Planer weiß jedoch, dass ihre Zusammenarbeit im selben Team zu Reibungen führt. Eine manuelle Anpassung der Teamzusammensetzung sorgt für ein besseres Arbeitsklima.
  • Unvorhergesehene externe Faktoren: Ein plötzlicher Streik im öffentlichen Nahverkehr oder ein lokales Ereignis, das die Anfahrtszeit beeinflusst, wird oft schneller von einem Menschen erkannt als von einem historisch trainierten Modell.
  • „Goodwill“ und Flexibilität: Manchmal muss eine Regel ein wenig gebeugt werden, um einem Mitarbeitenden bei einer besonderen Anfrage entgegenzukommen.

Auf diese Weise wirkt die Intelligenz unterstützend und der Planer wird zum Regisseur, der Wohlbefinden, Produktivität und langfristige Strategie steuert. Die finale Validierung liegt bei ihm und er stellt sicher, dass sich die Mitarbeitenden wohlfühlen und die Abläufe reibungslos funktionieren.

70 % oder 80 % Automatisierung bedeutet keine partielle Planung

Ein weitverbreiteter Irrtum in der Personaleinsatzplanung ist die Annahme, dass 70 % Automatisierung bedeuten, dass nur 70 % des Dienstplans automatisch gefüllt werden und der Rest leer bleibt. In Wirklichkeit plant der Algorithmus 100 % aller Mitarbeitenden und Schichten in einem Durchlauf, auf Basis sämtlicher Regeln und Daten. Diese „70 %“ beziehen sich ausschließlich auf den Arbeitsaufwand, den das System dem Planer abnimmt. Die verbleibenden 30 % bestehen aus menschlicher Kontrolle und Feinjustierung: kleine Anpassungen basierend auf Kontext, Teamdynamik oder Ausnahmesituationen. Das Ergebnis ist somit ein vollständiger Dienstplan – ergänzt durch die Qualitäts- und Realitätsprüfung des Planers.

Fazit

Automatisierung und Optimierung im Workforce Management sind eine Symbiose aus mathematischer Präzision und menschlicher Intuition. Organisationen, die eine gesunde Balance von 70–80 % Automatisierung anstreben, erzielen die besten Ergebnisse: einen effizienten Geschäftsbetrieb und eine zufriedene Belegschaft.

Written by: Isabelle Fassin
International Marketeer