Unternehmen aller Branchen leiden unter der extremen Personalnot. Sie geht mit negativen Folgen einher, welche dem Streben nach operativer Exzellenz entgegenstehen, und denen viele Firmen sich nicht adäquat erwehren können. Auf Arbeitgeberseite sieht man sich dem Fachkräftereport 2023 der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zufolge im Zuge des Fachkräftemangels mit steigenden Personalkosten konfrontiert. Die Suche nach geeigneten Mitarbeiter*innen ist zeit- und kostenintensiv. Wer dieser Tage qualifiziertes Personal finden – und halten – möchte, der muss investieren, besonders in die eigene Attraktivität als Arbeitgeber.
Fachkraft not found – mindert der Fachkräftemangel die operative Exzellenz?
Die Zahlen sinken – und bleiben doch hoch: Eine vor wenigen Wochen durch Statista veröffentlichte Erhebung weist hierzulande aktuell knapp 700.000 unbesetzte Arbeitsplätze aus. Das ist so, als wären die Einwohner*innen der Städte Aachen, Kiel und Kassel allesamt erwerbslos. Vor zehn Jahren waren der Agentur für Arbeit gerade einmal 490.000 vakante Arbeitsplätze gemeldet – Dimensionen aus längst vergangenen Zeiten.
Luxusgut Fachkraft: Arbeitgeber ohne Spielraum
Auftrag abgelehnt!: Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt
Aus der Umfrage der DIHK geht ebenfalls hervor, dass vier von zehn Unternehmen damit rechnen, ihr Angebot einschränken oder Aufträge ablehnen zu müssen – schlicht, da das nötige Personal fehlt. So können weniger Leistungen abgerechnet werden, Einnahmen bleiben aus und der metaphorische Pleitegeier beginnt über so manchem Betrieb zu kreisen. Darüber hinaus sind Kund*innen und Auftraggeber*innen in unmittelbarer Folge zu langem Warten verdammt, während der deutschen Wirtschaft rund 90 Milliarden Euro Wertschöpfung – immerhin 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – durch die Lappen gehen.
Ohne Fachkräfte im Hintertreffen: Innovationen bleiben auf der Strecke
Innovationskraft steht in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis zur Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften. Neue Produkte und Prozesse können nur langsam oder gar nicht implementiert werden, wenn das erforderliche Know-How fehlt. Im Wettbewerb mit der internationalen Konkurrenz sehen deutsche Unternehmen – vom Fachkräftemangel gebeutelt – die Felle mehr und mehr davonschwimmen. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht stellen sich die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Unternehmen jedoch als nicht verhandelbar dar, sind sie doch die Triebfedern technischen Fortschritts, Wachstums, und Wohlstands.
Technologie zur optimalen Nutzung der Ressourcen hilft
Der Mangel an Fachkräften kann eine Gelegenheit sein, innovative Lösungen zu finden, um die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen. Dies umfasst eine innerbetriebliche Evaluation der Verbesserungspotenziale hinsichtlich einer effizienten Ressourcennutzung, etwa mittels Zeitmanagement und Time-Tracking-Tools.
Zeitmanagement und Time-Tracking sind nicht nur entscheidend für die individuelle Produktivität der Mitarbeitenden, sondern auch für das effektive Funktionieren des gesamten Unternehmens. Durch die Implementierung von Zeitmanagement-Tools können Unternehmen nicht nur die Effizienz ihrer Arbeitsabläufe verbessern, sondern auch wertvolle Einblicke in die Nutzung von Ressourcen gewinnen.
Durch eine detaillierte Erfassung von Arbeitszeiten und -aktivitäten können Unternehmen besser verstehen, wie ihre Mitarbeitenden ihre Zeit verbringen. Dies ermöglicht es, ineffiziente Arbeitsgewohnheiten zu identifizieren und gezielt zu verbessern. Zum Beispiel können Unternehmen feststellen, ob bestimmte Aufgaben übermäßig viel Zeit in Anspruch nehmen oder ob es Engpässe in bestimmten Arbeitsprozessen gibt. Diese Erkenntnisse ermöglichen es Führungskräften, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Effizienz zu steigern und Engpässe zu beseitigen.
Darüber hinaus ermöglicht Time-Tracking eine bessere Priorisierung von Aufgaben und Ressourcen. Indem Mitarbeitende und Führungskräfte einen klaren Überblick darüber haben, welche Aufgaben dringend erledigt werden müssen und welche weniger wichtig sind, können sie ihre Zeit und Energie effektiver auf die Aufgaben konzentrieren, die den größten Nutzen für das Unternehmen bringen. Dies trägt nicht nur zur Steigerung der Produktivität bei, sondern auch zur Erreichung der strategischen Ziele des Unternehmens.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, die Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden zu erkennen und zu optimieren. Durch die Analyse von Arbeitszeiten und -aktivitäten können Unternehmen sicherstellen, dass keine Überlastung einzelner Mitarbeitender entsteht und dass die Arbeitslast gerecht verteilt ist. Dies trägt nicht nur zur Vermeidung von Burnout und Stress bei, sondern auch zur langfristigen Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden an das Unternehmen.
Insgesamt können Zeitmanagement und Time-Tracking also einen erheblichen Beitrag zur Steigerung der Effizienz, Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit in Unternehmen leisten. Indem Unternehmen ihre Arbeitsabläufe optimieren und ihre Ressourcen effektiver nutzen, können sie nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, sondern auch langfristigen Erfolg sicherstellen.
Der Fachkräftemangel muss also nicht zwangsläufig zu Einschränkungen in der operativen Exzellenz führen. Stattdessen kann er als Ansporn dienen, die vorhandenen Ressourcen besser zu verwalten und zu optimieren. Indem Mitarbeitende in die Lage versetzt werden, ihre Zeit effektiver zu nutzen, können Unternehmen ihre Produktivität steigern und ihre Ziele schneller erreichen.
Darüber hinaus ermöglicht ein effektives Zeitmanagement es Unternehmen, Talente zu halten und anzuziehen, da sie eine Umgebung schaffen können, in der Mitarbeitende ihre Fähigkeiten voll entfalten können, ohne von übermäßigem Stress oder übermäßiger Arbeitsbelastung beeinträchtigt zu werden.